COVID-19: Zusammenhalt trotz Besuchsverbot

Ideen für eine gefahrlose Kommunikation mit Angehörigen in Senioreneinrichtungen

Das Anhalten der Corona-Krise geht mit einem Bestehen des Besuchsverbots in Seniorenheimen einher. Das ist vernünftig, hält sich in Senioreneinrichtungen doch die größte Risikogruppe auf. Allerdings beginnen einige Bundesländer mit ersten Lockerungen dieses Verbots, um der sozialen Isolierung entgegen zu wirken. Gerade für ältere Personen ist es jedoch schwierig, den nötigen Abstand zu ihren Liebsten zu halten. Die Isolation in der Krise führt nicht selten zu depressiven Verstimmungen.

Doch es gibt Möglichkeiten, um sowohl dem social distancing als auch dem Bedürfnis nach Nähe und Kommunikation gerecht zu werden:

 

(Video-)Telefonie: Nutzen Sie aktuelle Technologien

In Zeiten, wie sie unsere Gesellschaft momentan durchmacht, ist das A und O der regelmäßige Kontakt zu Verwandten und Freunden, die in Senioreneinrichtungen wohnen. Das klappt per Telefon sehr gut, doch auch die Videotelefonie per WhatsApp, Skype, Facebook, FaceTime und in Videokonferenzräumen wie Zoom gewinnt immer mehr Anhänger der „älteren Generation“. Tipp: Richten Sie einen gemeinsamen Ort und eventuell eine feste Uhrzeit zum Videotelefonieren ein. Informieren Sie sich bei Bedarf außerdem über die seniorengerechte Einrichtung eines technischen Geräts (z. B. einfache Bedienung einrichten, unnötige Apps löschen, Telefonsymbol prominent auf dem Display platzieren). Zumindest steht hierbei nicht nur die Kommunikation per Sprache im Fokus, darüber hinaus kann das Betrachten der anderen Gesprächsteilnehmer ein Gefühl von realer Nähe erzeugen. Besonders die Videotelefonie eignet sich darüber hinaus auch zum Geschichten erzählen.

 

Kontakt halten per Brief, Postkarte und Päckchen

Sollten Bewohner nicht telefonieren wollen oder können, kann auf den bewährten (handgeschriebenen) Brief ausgewichen werden. Ebenfalls sehr wirkungsvoll: die Postkarte. Wie wäre es, wenn Sie eine kleine Aktion starten würden? Schreiben Sie nicht nur „Ihrem“ Bewohner etwas Nettes, sondern auch den anderen. Eine Familie aus Halle macht’s vor: Die Postkarten wecken ebenso viel Vertrautheit wie das Telefonieren und lassen Erinnerungen an die gute alte Zeit aufleben.

Mit einem Päckchen, das Sie per Post verschicken oder persönlich zustellen, können Sie außerdem etwas Abwechslung in den momentan eher ruhigen Alltag der Senioren bringen. Überlegen Sie einfach, mit was genau sich Ihre Lieben gerne beschäftigen: Das können Kreuzworträtsel und Sudoku-Rätsel sein, ein neuer Roman, die Lieblingszeitschrift, alte Musikkassetten usw.

 

Persönlicher Besuch mit viel Abstand

Bei allen technischen Errungenschaften ist der persönliche Kontakt zu anderen Menschen kaum zu ersetzen. Mit viel Verantwortungsbewusstsein und großem Abstand können Sie Verwandtschaft und Freunde natürlich auch in der Einrichtung selbst besuchen – beispielsweise am Fenster oder im Garten. Ob und inwieweit ein solcher Besuch erlaubt ist, ist mit der Einrichtungsleitung zu besprechen. In jedem Falle bietet es sich in diesem Zusammenhang an, den Bewohner ein kleines Präsent mitzubringen: Wie wäre es mit einem Präsentkorb, einem frischgebackenen Kuchen, einem selbstgemalten Bild der Enkel oder anderen Basteleien? Auch das Mitbringen von Bilderalben stellt eine fabelhafte Möglichkeit dar, Nähe zu schaffen: Welche Geschichte kann Oma bzw. Opa wohl zu den Bildern erzählen? Fragen Sie einfach nach!

Bildquelle: https://www.rtl.de/cms/corona-krise-firma-ermoeglicht-besuche-in-altenheimen-mit-plexiglas-containern-4524313.html

Kaffeekränzchen im Container

Eine niederländische Firma, die eigentlich Container für Kultur- und Musikfestivals vertreibt, hat ihr Produktsortiment kurzerhand auf „Corona“ ausgeweitet: Die kleinen Container sind im Inneren durch eine Plexiglasscheibe abgetrennt, gesprochen wird über Walkie-Talkies. Vom kurzen Gespräch bis zum Kaffeekränzchen ist also alles gefahrlos möglich und schützt demnach auch schwer erkrankte Personen vor einer Infektion. Inwieweit sich die Container auch in Deutschland verbreiten werden, wird die kommende Zeit zeigen.

Sicherlich gibt es auch die Möglichkeit, ähnliche Containerkonstruktionen „do it yourself“ anzufertigen. Sprechen Sie hierzu doch einfach einmal mit der jeweiligen Einrichtungsleitung.

Die Seminare

Gemeinsam Konzepte für emotionalen Genuss entwickeln

Wir präsentieren Ihnen keine vorgefertigten Lösungen, sondern erarbeiten im gemeinsamen Austausch mit Ihnen Konzeptideen, die Sie ganz individuell in Ihrer Senioreneinrichtung umsetzen können.

Der Wettbewerb

Wir suchen die besten Konzepte in der Seniorenverpflegung

Senioreneinrichtungen, in denen gute, praxisnahe Ansätze für mehr emotionalen Genuss in der Verpflegung bereits gelebt werden, können demnächst wieder an unserem Wettbewerb teilnehmen.

Das Buch

Kochbuch-Bestseller: Wir haben einfach gekocht

Mit unserem Kochbuch haben wir das Thema emotionalen Genuss in der Verpflegung von Senioren in die gesellschaftliche Breite getragen. Eine kulinarische Reise durch Deutschland weckt Erinnerungen!