Buch

Mit dem Kochbuch „Wir haben einfach gekocht“ haben wir das verschüttete Wissen von Seniorinnen und Senioren hervorgehoben und einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Mit diesem Projekt haben wir das Selbstbewusstsein der Teilnehmerinnen und Teilnehmer gestärkt und Bewusstsein für emotionalen Genuss auch in der letzten Lebensphase geschaffen.

Viele Food-Trends, die heute zu beobachten sind, wie Regionalität, Saisonalität, Heimatküche, No Food Waste, Fleisch nur noch ein- bis zweimal die Woche, waren für die Generation der heute 80- bis 100-Jährigen Normalität. Während wir diese Werte heute in der Trendgastronomie zelebrieren, wird das Essen für alte Menschen jedoch oft nur als Kostenfaktor betrachtet.

Was müssen wir also tun, um Essen in Senioreneinrichtungen vom Kostenfaktor zum Glücksfaktor zu wandeln? Was tun, um zu zeigen, dass Essen für Menschen in Senioreneinrichtungen emotionaler Genuss bedeuten kann? Essen strukturiert den Tag, Essen ist Erinnerung und Heimat.

Im ersten Schritt unseres Projektes ging es darum, das Thema „Essen als emotionaler Genuss für alte Menschen“ in die gesellschaftliche Breite zu tragen. Als Kommunikationsformat wählten wir das Kochbuch. Ein Kochbuch mit Rezepten von „früher“, gekocht von den Menschen in Senioreneinrichtungen. Es sollte schön sein, inhaltlich einen Teil unseres kulinarischen Erbes abdecken, die Rezeptfotografie sehr modern und pur, die Menschen und Geschichten im Buch durch und durch echt. Keine Starköche, sondern die wahren Experten für deutsche Küche treffen, mit ihnen zusammen kochen und feiern.

So machte sich ein Team aus zwei Autoren, einer Fotografin und einer Kochexpertin im Frühjahr 2015 auf eine Reise zu 12 Senioreneinrichtungen in ganz Deutschland. Ausgewählt wurden die Stationen von den Transgourmet-Vertriebsleitern in den einzelnen Regionen.

Herausgekommen ist ein wunderschönes Buch, voller strahlender alter Menschen, glücklich, sich über Erinnerungen auszutauschen, gebraucht zu werden – und oft einfach froh, endlich mal wieder eine Kartoffel schälen zu dürfen. Sehr schnell wurde das Buch zum Bestseller. Die Publikumspresse – von Bildzeitung bis ZDF – berichtete begeistert vom Team, das sich aufmachte, Omas Rezepte zu retten. Die erste Auflage war bereits nach vier Wochen ausverkauft.